Bayerischer Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.


Landschaft

Topographie Bayerns

Das flächengrößte deutsche Bundesland ist gekennzeichnet durch die Mittelgebirgslandschaften im Norden und Osten, die großen Ebenen des Main und der Donau im Westen und in der Mitte sowie das Voralpenland und die Alpen im Süden.

Mit seinen vielen Gewässern bietet Bayern seit jeher die besten Voraussetzungen zur Anlage von Wassermühlen. Oft reihte sich an den Flussläufen Mühle an Mühle.



Vergangenheit

Mühlenvielfalt

Schon die Römer kannten das Prinzip der Vermahlung zwischen zwei Mühlsteinen.

Den in Süddeutschland oft zu findenden Begriff "Kunstmühle" legten sich etwa um die Jahrhundertwende diejenigen Mühlen zu, die von den altbekannten Steinmahlgängen auf Walzenstühle übergingen und ihre Vermahlungstechnologie mit großen Investitionen, auch in Reinigungs- und Siebverfahren, den neuen Erfindungen angepasst hatten.

Im Jahr 1946 gab es in Bayern 4440 gemeldete Getreidemühlen. Mehrere Stillegungsaktionen ließ ihre Anzahl in der Vergangenheit stark abnehmen:  3640 in 1957, 1196 in 1974. Die Vielzahl der Mühlen waren Kundenmühlen (Umtauschmüllerei). Nur wenige konnten sich als "Handelsmühle" für den heutigen Markt ausbilden.



Gegenwart

Getreidemühlen als Lebensmittelbetriebe

Die verbliebenen Mühlen wurden durch Modernisierungen auch in Bayern immer leistungsstärker. 2016 wurden rund 1,5 Millionen Tonnen Getreide zu Mehl vermahlen, 59 Mühlen waren gemeldet (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, "Struktur der Mühlenwirtschaft 2016"). Die Meldepflicht beginnt heute erst ab einer Jahresvermahlung von über 1000 Tonnen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern haben sich in Bayern noch viele produzierende Familienbetriebe erhalten.

 

 



Zukunft

Technikgeschichte bewahren

Die Vielfalt der noch existierenden alten Mühlen in die Zukunft zu retten, ist eine kulturhistorische Herausforderung. Hierfür braucht es Enthusiasten und Idealisten, die mit Sinn und Verstand die Werte unserer Väter und Großväter bewahren. Von den stillgelegten Mühlen sind wenige dauerhaft erhalten. Schöne und interessante Objekte werden im besten Fall von Freunden traditioneller Mühlentechnik bewahrt oder restauriert. Im schlechtesten Fall werden verfallene Mühlen als unrentabler Schandfleck abgestempelt und beseitigt.

Um dies zu verhindern, arbeitet der Bayerische Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. eng mit dem Bayerischen Müllerbund e.V. zusammen, der seinerseits mit der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V. kooperiert.