Alte Mühlen in Bayern

Aktuelle Informationen zum einzigartigen Buchprojekt


Als Bewahrer des Augenblicks hat Prof. Gerhard Trumler, vielfach ausgezeichneter österreichischer Weltklasse-Photograph, in seinen unzähligen Werken das Vergängliche für die Nachwelt konserviert. Bekannt sind seine Photobände zu Klöstern, Brauereien, Landschaften, Steinen, Menschen und auch Mühlen.

 

Seine fotografische Listung der alten, noch erhaltenen Mühlen im Bundesland Bayern ist erarbeitet und steht nun kurz vor der Publikation, wobei die Verlage noch zögern, einen derart umfangreichen Bildband ohne finanzielle Vorleistung zu verlegen. Nun macht Gerhard Trumler sich an die Arbeit, über eine Art "Crowd-Funding" sein neuestes Werk trotz aller Widrigkeiten verlegen zu können. Bei Interesse am Erscheinen des Werkes senden Sie uns bitte eine Mail an: buchprojekt@die-optimisten.net - so dass wir Ihnen an Ihre Emailadresse weitere Informationen zum bayerischen Mühlenbuch senden können.

 

Denn wer von uns hat sich nicht schon einmal über die Mühlenlandschaft vor seiner Haustür gemacht, sei es als Liste für andere Mühlenfreunde oder als Nachbereitung, um die eigenen Fotos zu ordnen. Wie schnell stößt man dabei an die eigenen Grenzen, wenn Verzeichnisse aus alten und örtlich begrenzten Publikationen längst nicht mehr aktuell sind und die Listen ehemaliger Standorte, die im Internet abrufbar sind, überwiegend aufgelassene und wüstgefallene Standorte wiedergeben. Vor zehn Jahren hat der bayerische Landesverband daher eine Auswahl von 92 historischen und teils noch produzierenden Mühlen in der Mühlenkarte Bayern erfasst (ISBN 978-3981162684).

Gerhard Trumler hat sich in den Jahren 2017 und 2018 noch einmal - ein Jahrzehnt nach der erwähnten bayerischen Mühlenkarte - mit seiner Kamera auf die Reise gemacht und intensiv mit der Mühlenlandschaft in unserem Bundesland beschäftigt.

 

Der erste Band einer Tetralogie zu unserem Lieblingsthema nennt sich „Alte Mühlen in Österreich“ und hat schon einen festen Platz in den Bücherregalen vieler Mühlenfreunde gefunden, während der zweite Band „Alte Mühlen in Südtirol und Trentino“ noch beim Verleger ist. Im dritten Band nun geht es um „Alte Mühlen in Bayern“.

 

Kein einzelnes Tal, kein einzelner Fluss, nein - ganz Bayern. Dies lässt bereits erkennen, dass das erarbeitete Werk einen Anspruch auf gewisse Vollständigkeit im ausgewählten Bundesland erhebt, ihn - wie sich zeigte - gleichzeitig aber niemals erreichen wird können.

 

Alte Mühlen in Bayern, die der Zielsetzung des Autors entsprechen, sind ihm durch akribische Vorarbeit und manchen Hinweis unserer Verbandsmitglieder an nahezu 400 Standorten bekannt. Unzählige Telefonate führte er im Vorfeld mit Landratsämtern, Behörden und örtlichen Mühlenbesitzern, und schloss nach seinen Recherchen viele der gesammelten Standorte aus, wenn das Objekt nicht mehr bekannt oder nicht mehr vorhanden war, und deshalb die Anreise nicht erfolgversprechend schien. Auf Objekte in ruinösem Zustand, oder auch insbesondere Mühlen mit Turbinen- oder Elektroantrieb, verzichtet er in seinem Werk bewusst. Zum einen würde die Vielzahl an modernisierten Objekten ein eigenes Buch rechtfertigen, wichtiger aber ist für Trumler das Vorhandensein eines Wasserrades. Der Erfolg seiner Bücher gibt ihm und seinem Ansatz Recht. Aufwändig holt der 2007 mit der Goldmedaille der Österreichischen Photographischen Gesellschaft ausgezeichnete „Unruheständler“ aus seinen zigtausenden Photos mit digitaler Nachbearbeitung jeweils das heraus, was er zeigen und der Nachwelt dokumentieren möchte.

Land und Leute hat Trumler auf seinen Reisen im letzten Jahr kennengelernt. Hindernisse überwindet er dabei mit der ihm eigenen Zähigkeit und Unerschütterlichkeit, auch wenn ihm die Perspektivlosigkeit an manchem Standort durchaus nahegeht, wenn er beim Photographieren erfährt, dass die Gemeinde keinen Neubau des Wasserrades duldet, oder wenn er feststellen muss, dass ein vielversprechender Standort beim Besuch nichts mehr zum Bewahren und Abbilden aufweisen kann.

Die Betreuung der verbliebenen Objekte wird nur mit einem engen Netzwerk für Triebwerksbesitzer und Bewahrer historischer Mühleneinrichtungen in Rechts- und Erhaltungsfragen zukunftsfähig sein, um die letzten Zeitzeugen vor dem Verschwinden zu bewahren. Gegen das weitere Verschwinden der Wasserräder braucht es vor Ort - neben kundigem Rechtsbeistand bei Wasserrechtsproblemen - Hilfe beim Zugang zu Fördermitteln, Austausch der betroffenen Mühlenbesitzer und Sensibilisierung der Bevölkerung.

 

Das abgeschlossene Vorhaben der gleichzeitigen und damit aktuellen Dokumentation aller typischen Wasserradmühlen in ihrem jetzigen Erhaltungszustand ist insofern einzigartig und könnte bei Erscheinen auch aufgrund des kurzen, leicht verständlichen und neu erstellten Textteils, verfasst von einem Müllermeister und Mühlenbautechniker, der breiten Bevölkerung einen leichten Zugang zur Schönheit und Vielfalt der noch erhaltenen Wassermühlen gewähren. Es bleibt zu hoffen, dass das Buch verlegt werden kann, und damit die abgebildeten Objekte den Sprung in ein neues Zeitalter schaffen.